Biografien

Herr Schmidt:
Zu einer Homepage gehört meist auch eine Biografie. Doch wo fängt man an? Wo hört man auf? Was ist eigentlich alles passiert? Und ist es überhaupt wichtig? Ein Versuch: Ich wohnte in Templin, einer kleinen Stadt in der Uckermark, 80 Km nordöstlich von Berlin. Mit 15 Jahren (1995) nahm ich zum ersten mal eine Gitarre in die Hand. Schon früh vernachlässigte ich die Übungen, die mir mein Gitarrenlehrer aufgab und spielte am liebsten eigene Songs. Mit einem Schulfreund gründete ich Scamp. Doch zwei Jungs mit E-Gitarre waren noch keine richtige Band.





Tasten Torsten:

Seit meinem 6. Lebensjahr wohnte ich in Templin, und fast genauso lange schon ist die Musik Bestandteil meines Lebens; zunächst in Form des klassischen Klavierunterrichtes an der Musikschule. Als ich 16 Jahre alt war, partizipierte ich an einem Musical-Projekt an unserem Gymnasium – hier lernte ich David aus der Parallelklasse kennen. Dieser machte mit einem Typen namens Frank lautstarke Bratgitarrenmusik mit Kirchenorgelfragmenten und poetisch-wütenden Texten, so mein erster Eindruck nach dem Anhören einiger Tapemitschnitte. Sie hatten gerade eine Band namens Scamp gegründet...

Herr Schmidt:
Scamp war komplett. Wir waren anders. Unsere Musik: damals hatte fast keine Provinznachwuchsband deutsche Texte; Unsere Besetzung: Zwei E-Gitarren und ein Keyboard. Schon nach zwei Auftritten sangen die Leute die Lieder auswendig mit. Wir spielten überall: bei Richtfesten, Altersheimfesten, Bandfestivals... Innerhalb eines halben Jahres hatten wir eine kleine Anzahl von Fans, nahmen eine Demo-Kassette auf, die wir auf dem Schulhof verkauften.

Plakat für eines der ersten Konzerte von Scamp 1996.

Tasten Torsten:
David hatte viele Texte und Songideen im Kopf, welche dann gemeinsam elaboriert wurden und doch markant roh und einfach blieben; deutschpunkige Texte und verzerrte Gitarre plus Balladenarrangements und Piano ergaben eine eigene Mischung. Plötzlich hatten wir eine kleine Fangemeinde. Mit Hilfe eines Bekannten produzierten wir 4 Songs auf 4-Spur-Tape – unser erstes Demo hieß "Der Untergang" und erschien in einer Auflage von 200 Stück auf Kassette.

Scamp live 1996Live vor dem Altersheim 1996 v.l David,Torsten und Frank

Herr Schmidt:
1997 wuchs die Band auf 6 Leute und das, was uns ausmachte, ging irgendwie verloren. Wir waren in die "Deutschrockfalle" getappt, in die ich nie hinein wollte. Und 6 Leute bedeuteten Kompromisse, die bald keiner mehr eingehen wollte. Wir spielten in Berlin, denn Berlin ist ein ganz anderer "Leistungsmesser" als eine kleine Provinzstadt mit immer denselben 30 Leuten im Publikum.

Scamp Steinhaus Berlin 1997Live 1997 in Berlin

Tasten Torsten:
Ende '96 dann wurden Scamp erwachsen – live traten wir jetzt mit zusätzlich Drums, Bass und zweiter Gitarre auf. Im Frühjahr darauf folgte der für uns bis dato größte Gig beim U-21-Bandfestival in Berlin. Dieser Auftritt im Steinhaus in P'Berg war etwas ganz anderes als unsere Provinzkonzerte. Im Halbfinale (glaub ich) wurden wir ganz knapp geschlagen – von einer Band, die später als Sofaplanet kurzen Charterfolg hatte.
Danach fiel Scamp in einen Dornröschenschlaf. Frank verließ uns, David und ich widmeten uns hauptsächlich der Musicalarbeit und der Schulband unseres Gymnasiums. Nebenbei machten wir Musik, die wir eigentlich überhaupt nicht machen wollten: das Projekt "Grünholz" war jedoch drei Jahre lang eine erträgliche Einnahmequelle und existierte letztlich auch nur deshalb. Neben David und mir an Mikro und Piano zupfte Mathias, welcher '96/'97 schon zur großen Scamp-Besetzung gehört hatte, die mittlerweile akustische Gitarre.

Herr Schmidt:
Träume waren eine Zeit lang ausverkauft und wir verkauften uns. Endlich mal Geld für Musik, wenn es auch nicht die eigene war. Unter dem Namen "Grünholz" spielten wir Evergreens und Oldies auf Hochzeiten, Geburtstagen, Vernissagen oder Straßenfesten. Trotzdem möchte ich diese Zeit nicht missen, einerseits wegen des Geldes, andererseits lernt man eine Menge, wenn man vier Stunden lang 40 verschiedene Songs zum besten bringt vor einem Publikum, das nicht unbedingt wegen der Musik gekommen ist.

Scamp 1997 Scamp 1997 v.l. Torsten, David, Mathias

Tasten Torsten:
Nachdem ich mich schon in den Jahren vorher viel lieber mit Funk, HipHop und Groove Music befasst hatte, war mir klar, dass es Scamp in einer den Ursprüngen vergleichbaren Form wohl nie mehr geben würde. Scamp war immer hauptsächlich David und David war Scamp – ich hingegen wollte nur noch grooven, sozusagen. 1999 hatten David, Mathias und ich das Abi in der Tasche und traten den Zivildienst an. Als abzusehen war, dass sich unsere Wege danach vorerst trennen sollten, wurde Scamp auf wundersame Weise und in verwandelter Form im Juli 2000 reanimiert: David hatte ein Vierspur-Portastudio und einen Haufen neuer Songs. Mathias und ich spielten diese Songs mit Akustikgitarre und Piano ein, ungeprobt und meist nur einen Take. Später nahm David den Gesang auf – das Scamp-Album "Zwei" war entstanden; einfach, ungeschliffen, Scamp-like.

Herr Schmidt:
Innerhalb von fünf Stunden spielten Torsten und Mathias 15 Songs ein. Ich sagte kurz die Akkorde an und schnitt einfach alles live mit, was die beiden spielten. Später nahm ich diese "rohen" Songskizzen und sang meine Texte dazu. Vieles klang im nachhinein zu depressiv, zu platt, zu einfach, zu kompliziert... aber ein paar Songs sind in dieser Marathon-Live-Ungeschliffen-Session entstanden, die mir heute genauso oder sogar noch besser gefallen als damals. Aus dieser Session 2000 stammen z.B. die Songs "Revolution" und "Moskau", die auf der CD "Unbefugte Willkommen" zu hören sind.

Tasten Torsten:
Während David dann ab Herbst 2000 sein Studium in Jena begann, zog ich nach Berlin, um mein Interesse für Musik und Studiotechnik hier auf eine akademisch-solide Basis zu stellen. Zweieinhalb Jahre lang sahen wir uns nur dann und wann in den Semesterferien... Ich war mittlerweile als Tasten Torsten festes Mitglied der Berliner Funk'n'Groove-Band WAITRESS WANTED und hatte mir ein kleines Studio eingerichtet, wo ich Tracks für eigene Projekte baute.

Herr Schmidt:
Seit 2000 studiere ich in Jena, Torsten ist in Berlin. Im Sommer 2003 fragte ich Torsten, ob er für einige neue Lieder in die Tasten greifen würde. Ich spielte und sang mein Zeug in Jena ein und schickte ihm eine CD, er trug seinen Teil dazu bei, den typischen "Scamp-Sound" zu kreieren: deutsche Texte, so ungeschliffen wie möglich... Ein Song, "Du und Ich", wurde bei mp3.de "Song des Tages" und hunderte Male runtergeladen. Den Song "Moskau" hatten sich Leute übers Net besorgt und hörten ihn auf irgendwelchen Partys. Endlich erreichte die Musik Menschen, mit denen man nicht verwandt oder befreundet war. Ich hatte Lust, Scamp wieder auferstehn zu lassen. Mit einer CD, die genau die Songs enthalten sollte, hinter denen ich 100% stehe, die mir gefallen. Und ich wollte wieder live auftreten.

Herr Schmidt solo in Templin 2003Juli 2003 David live und solo mit neuen Liedern im Irish-Pub Templin.

Tasten Torsten:
Im Jahr 2003 hatte David neue Lieder in der Schublade und fragte, ob ich nicht Lust hätte, etwas Klavier dazu zu spielen. Als Ablenkung zu meinen anderen Projekten und in Erinnerung der alten Zeiten sagte ich zu. Nach zwei Songs im Sommer folgten, animiert durch einigen Download-Erfolg auf Web-Musikportalen, im Dezember weitere vier. So entstand Anfang 2004 das dritte Scamp-Album "Unbefugte Willkommen". Auch hier sind Arrangements, Produktion und Soundästhetik wieder einfach und roh, Texte und Musik jedoch über die Zeit gereift.

Herr Schmidt:
Im Dezember 2003 haben Torsten und ich die CD "Unbefugte Willkommen" fertig gestellt, die im Eigenvertrieb auf Konzerten und auf dieser Seite erhältlich ist. Näheres dazu unter "CD".
Seit 2004 ist Scamp wieder vermehrt live zu erleben: u.a. in der Moritzbastei Leipzig oder auf dem größten deutschen Liedermacherfestival in Erfurt. Und wenn Tasten Torsten frei hat, dann ist Herr Schmidt auch solo unterwegs.

Scamp 2005Im September 2005 erscheint das neue Album "Egal Wohin, Hauptsache Weit!" und Scamp wird unterwegs sein, vielleicht sehen wir uns ja.

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aktualisiert am 13.09.2005 | © Scamp 2017 | powered by Logo Grobi CMS (klein) Grobi CMS